Mein Hauptaugenmerk in der "klassischen" Praxistätigkeit liegt auf dem Zustand des Darms.
Der Darm spielt eine zentrale Rolle für viele Prozesse in unserem Körper, weit über die einfache Verdauung hinaus.
Man spricht sogar oft vom "zweiten Gehirn", da der Darm eng mit Immunsystem, mit Hormonen und sogar der Psyche verbunden ist.
70-80 % unseres Immunsystems sitzen im Darm. Dort leben Billionen von Mikroorganismen, unser Mikrobiom. Und wenn dieses Mikrobiom, unsere Darmflora, aus dem Gleichgewicht gerät, kann das oftmals die Ursache für häufige Infekte, für Allergien, für chronische Entzündungen oder Hautprobleme wie Neurodermitis oder Akne sein.
Die Forschung ist aber noch einen Schritt weiter. So wissen wir, dass nicht nur das Reizdarmsyndrom oder chronische Darmentzündungen ihren Ursprung in unserem Mikrobiom haben können, sondern auch Überwicht und Stoffwechselprobleme. Doch auch für viel weniger "fassbare" Erkrankungen, wie Depressionen oder Angststörungen, kann die Ursache im Darm gefunden werden. Der Darm kommuniziert über die Darm-Hirn-Achse mit dem Gehirn. Außerdem entstehen einige Neurotransmitter im Darm. So zum Beispiel das Serotonin, das zu ca. 90 % im Darm gebildet wird. Und damit erklärt sich auch, warum eine gestörte Darmflora Stimmung, Energie und Stressresistenz beeinflussen kann.
Um es auf den Punkt zu bringen: ein gesunder Darm ist entscheidend für Immunsystem, Stoffwechsel, Entzündungsregulation und die Psyche.
